Gastbeitrag – Stimmen der Stadt: Malte Siegert

Warum Hamburgs Grün uns allen guttut – und warum Mieterinnen und Mieter eine wichtige Rolle spielen

Älterer Mann im Anzug mit grauem Haar.
Malte Siegert, Vorsitzender NABU Hamburg. Foto: Droese

Von Malte Siegert, Vorsitzender NABU Hamburg

Hamburg gilt als eine der grünsten Großstädte Deutschlands. Parks, Kleingärten, Straßenbäume, begrünte Innenhöfe und Gewässer prägen viele Stadtteile. Grün ist keine Selbstverständlichkeit. Immer häufiger geraten Freiflächen unter Druck – durch Nachverdichtung, Neubauten oder Versiegelung. Dabei ist Stadtgrün gerade für Mieterinnen und Mieter von zentraler Bedeutung. Bäume und Grünflächen wirken wie natürliche Klimaanlagen: Sie kühlen die Stadt an heißen Tagen, verbessern die Luftqualität, mindern Lärm und saugen Regenwasser auf wie einen Schwamm. In dicht bebauten Quartieren macht das einen spürbaren Unterschied – für die Gesundheit, für den Schlaf und für die Lebensqualität. Wer keinen eigenen Garten hat, ist auf öffentliches und wohnungsnahes Grün zur Naherholung angewiesen.

Grünflächen spielen auch hinsichtlich des Klimaschutzes und den im „Zukunftsentscheid“ formulierten Zielen eine wichtige Rolle. Der verpflichtet die Stadt bis 2040 klimaneutral zu sein. Insofern muss jede Infrastruktur – Versorgung, Verkehr, Wohnen und Grünerhalt – bei der Entwicklung einer lebenswerten Stadt mit Blick auf soziale, ökologische und klimatische Fragen zwingend zusammengedacht werden.

Der NABU macht sich dafür stark, wertvolle Grünflächen dauerhaft zu schützen, Flächenverluste auszugleichen und der Natur bei der Stadtentwicklung Raum zu geben. Denn Städte sind gleichermaßen Lebensraum für Mensch und Natur. Viele Vogelarten, Wildbienen, Schmetterlinge oder Fledermäuse sind heute stärker auf urbane Räume angewiesen. In der ausgeräumten Agrarlandschaft finden sie kaum noch Lebensraum. Damit sie in Hamburg überleben können, brauchen sie Rückzugsorte und Verbindungen – sogenannte Grünkorridore. Ein einzelner Park reicht nicht, wenn drumherum alles betoniert ist. Erst ein Netz aus Bäumen, Gärten, Höfen und Grünzügen macht Biodiversität in der Stadt möglich.

Mieterinnen und Mieter können ihr direktes Lebensumfeld naturnah mitgestalten, wofür Wohnanlagen oft Spielräume bieten: In Absprache mit vielen Hausverwaltungen können Schotterflächen in Blühstreifen verwandelt, heimische Sträucher im Hof gepflanzt oder Insektenquartiere an Hauswänden angebracht werden. Auch kleine Veränderungen bewirken viel – für das Klima im Quartier und für die Artenvielfalt.

Wer sich darüber hinaus engagieren möchte, findet beim NABU Hamburg zahlreiche Möglichkeiten: bei Bach-Aktionstagen, Moor-Aktionstagen oder StadtNatur-Aktionstagen können Menschen ganz praktisch mithelfen, Hamburg grüner und lebenswerter zu machen. Stadtgrün geht uns alle an – und gemeinsam können wir es erhalten.

www.NABU-Hamburg.de/aktionstage

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