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Großprojekt Warmwasserblock

Vier Jahre Bauzeit: SAGA lässt Schumacherbau auf der Veddel sanieren
Mit seiner Wohnung, sagt Peter Rarek, könne er kaum zufriedener sein. „Wir haben alles, was wir brauchen“, berichtet der Mieter des Veddeler „Warmwasserblocks“. Seit mittlerweile drei Jahren lebt Peter Rarek mit seiner Frau Brigitte in einer 60 Quadratmeter großen Zwei-Zimmer-Wohnung in der Wilhelmsburger Straße. Frisch saniert, neue Heizungen, große Wohnküche mit Einbauzeile. Sogar ein kleiner Balkon ist vorhanden. „Und das alles für 700 Euro warm!“ Da könne man wirklich nicht meckern, meint Rarek. Insgesamt habe man lediglich drei Wohnungen besichtigt – alle von der SAGA. „Nicht im Traum wären wir darauf gekommen, dass es so schnell gehen würde!“
Der sogenannte „Warmwasserblock“, der so heißt, weil er laut Historie als erster Häuserblock im Stadtteil mit fließend Warmwasser versorgt wurde, war eines der größten Sanierungsprojekte der SAGA der vergangenen Jahre. Sämtliche 161 Wohnungen wurden renoviert und mit neuen Küchen versehen. Die backsteinerne Fassade hat eine Dämmschicht bekommen und wurde zum Teil neu verklinkert. Aus Denkmalschutzgründen sind lediglich einige der alten Außenwände – rings um die beiden Hofeingänge herum – im Originalzustand geblieben. Auch Vordächer, Dachabschlüsse und Holzfenster wurden nach Auskunft der SAGA möglichst originalgetreu wiederhergestellt. Die Gesamtkosten lagen bei etwa 33 Millionen Euro.
Der Startschuss für die groß angelegte Sanierung fiel im Juli 2022, insgesamt gab es fünf Bauabschnitte. So konnten die ersten Wohnungen bereits wieder bezogen werden, während an anderer Stelle noch gearbeitet wurde. Laut SAGA hatten sämtliche Mieterinnen und Mieter im Zuge der Modernisierung Ersatzwohnungen sowie ein Rückkehrrecht erhalten. Rund ein Viertel der Bewohnerschaft habe hiervon Gebrauch gemacht. Im Juli 2026 feierte das kommunale Wohnungsunternehmen gemeinsam mit seinen Mietenden den Abschluss der Bauarbeiten.
Bei einer Besichtigung mit dem SAGA-Vorstand und dem Denkmalschutzamt wurde insbesondere der renovierte Innenhof gelobt, der neuerdings mit Bänken und Spielgeräten zum Verweilen einlädt. Auch die frisch hergerichtete Fassade – einst entworfen von Hamburgs früherem Baudirektor Fritz Schumacher – erhielt positive Kritiken. „Mit großer Sorgfalt hat die SAGA dieses bedeutende Baudenkmal denkmalgerecht instandgesetzt und energetisch fit für die Zukunft gemacht“, sagte Anna Joss, Leiterin des Denkmalschutzamtes. Besonders freue sie, dass ein Teil der prägenden Backsteinfassade durch die Innendämmung weitgehend erhalten werden konnte. „Diese gelungene Sanierung bewahrt nicht nur ein wichtiges Stück Hamburger Baugeschichte, sondern zeigt auch, dass sich der Erhalt unseres baukulturellen Erbes und moderner, bezahlbarer Wohnkomfort gut miteinander verbinden lassen.“
Die SAGA hatte den in den 1920er Jahren erbauten Häuserblock mit rund 8.800 Quadratmetern Wohnfläche vor elf Jahren von der Stadt übernommen. Weil die Bausubstanz so schlecht war (schimmelige Wände, zeitweise weder Heizung noch Warmwasser), stand sogar ein Abriss im Raum. Dagegen waren die Mieterinnen und Mieter – viele davon wohnen bereits seit Jahrzehnten im Haus – auf die Barrikaden gegangen.
Neben einer denkmalschutzgerechten Sanierung ging es der SAGA nach eigener Aussage darum, die Mieten bezahlbar zu halten. Diese liegen aktuell bei 6,90 Euro pro Quadratmeter kalt – auch dank einer Unterstützung durch die Investitions- und Förderbank (IFB) und der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Die Förderdauer ist auf 30 Jahre festgelegt. „Die Saga ist sich ihrer städtebaulichen Verantwortung als Bestandshalterin dieser besonderen innenstadtnahen Lage bewusst“, sagte SAGA-Vorständin Snezana Michaelis. „Die Modernisierung des Warmwasserblocks ist in diesem Kontext ein gelungenes Beispiel, das wir gemeinsam mit dem Denkmalschutzamt eng abgestimmt und umgesetzt haben. Uns war es dabei wichtig, auch weiterhin bezahlbare Wohnungen anbieten zu können. Dass beides gelungen ist, verdanken wir der Förderung durch die IFB Hamburg und nicht zuletzt der Zusammenarbeit mit den verschiedenen Partnern.“
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