Harburg – besser als sein Ruf

Buchcover des Buchs "Harburg. Das Buch"
Bärbel Wegner: Harburg. Das Buch: Stadt, Kultur und Natur, Junius Verlag, Hamburg 2025, 136 Seiten, 24,90 Euro

„Gewalt und Müll im Phoenix-Viertel!“ Solche Schlagzeilen aus dem berüchtigten Wohnquartier prägen das mediale Bild des Bezirks, den man besser meiden solle. Doch Harburg hat auch andere Seiten.

Bärbel Wegner stellt dagegen Harburgs bunte Seiten in den Vordergrund. Sie zeigt, dass in der Mischung aus urbanem Leben, kultureller Vielfalt und naturnaher Umgebung viel Potenzial steckt. Mit einem breiten Angebot an Bildungs- und Kulturstätten sowie der Möglichkeit innovativer Stadtentwicklung bietet Harburg nicht zuletzt vielversprechende wirtschaftliche Entwicklungsmöglichkeiten.

In acht Kapiteln werden die Themenfelder Geschichte, Ehrenamtliches, Kinderaktivitäten, Essen und Trinken, Kultur, Bildung, Natur und Bauen beleuchtet. Harburg war im 19. Jahrhundert vom Industrie­zeitalter geprägt. Fabriken, Schornsteine und die Eisenbahn bestimmten das Bild. Es entstanden Arbeiterquartiere, aber auch herrschaftliche Villen sowie Landsitze für reiche Bürger. Einige historische Gebäude sind erhalten geblieben. Das älteste ist der Westflügel des ehemaligen Harburger Schlosses, heute ein unscheinbares Wohnhaus, dessen Kellergewölbe um 1440 entstand und demnächst eine Dauerausstellung zur Geschichte der bis 1937 selbstständigen Stadt beherbergen wird.

Wie viele Industriestandorte wird Harburg bis heute von Zuwanderung geprägt. Das sorgt einerseits für Konfliktpotenzial, andererseits aber auch für Vielfalt und Innovationen. Heute ist Harburg ein wichtiger Technologiestandort mit mehr als 200 Unternehmen. Die 1978 gegründete Technische Universität Hamburg Harburg (TUHH) gilt als Innovationstreiber. Dort werden Ingenieure im Bauwesen, Schiffsbau und in Elektrotechnik mit guten Jobaussichten ausgebildet.

Der Stadtteil wächst, Wohnraum wird gebraucht, überall wird gebaut. Dabei entstehen sowohl genossenschaftlicher und kommunaler Wohnungsbau als auch Wohneigentum. Zudem bietet Harburg mit seinen weitläufigen Parks, Naturschutzgebieten und der Lage am Wasser eine hohe Lebensqualität. Für Familien gibt es zahlreiche Angebote, da­runter einen Ponyhof, den Wildpark Schwarze Berge und nicht zuletzt das Freilichtmuseum am Kiekeberg.

Das Buch bietet keine Detailinformationen, ist jedoch gut geeignet, um sich einen soliden Überblick über Harburg zu verschaffen.

Die Autorin stellt das Buch am Donnerstag, 26. März, um 19 Uhr in der Bücherhalle Harburg, Eddelbüttelstraße 47a, vor. Mehr Informationen gibt es hier.

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