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Mehr Platz fürs Flanieren
Stadt will die Verbindung zwischen Alster und Elbe neu gestalten.
Mit dem „Rahmenplan Domachse“ will die Stadt eine neue Verbindung zwischen Innenstadt und HafenCity schaffen. Entlang der Domachse soll eine begrünte Promenade von Alster bis zur Elbe entstehen, die vor allem Fußgängern und Radfahrern mehr Raum gibt. Das übergeordnete Ziel fasst Oberbaudirektor Franz-Josef Höing so zusammen: „Ein zentrales Leitmotiv ist das Flanieren.“
Und das ist auch Programm: Autos und Lkw sollen um diesen Bereich weitgehend umgeleitet werden. Vorrang für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), lautet die Devise. Fahren derzeit noch täglich etwa 16.000 Kraftfahrzeuge durch die Steinstraße über die Domstraße Richtung Speicherstadt und HafenCity, sollen es zukünftig nur noch 2.000 sein. Wobei die Domachse nicht erst ab der St. Petrikirche beginnen soll, sondern bereits am Jungfernstieg mit der Bergstraße. Auch der Speersort vor der Petrikirche gehört zum Projekt des Rahmenplans, ebenso der Hammaburg-Platz (ehemals Domplatz), der Alte Fischmarkt sowie die Brandstwiete. Durch Einengung der Straßenführung soll mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer geschaffen werden. Nur die Willy-Brandt-Straße bleibt ein Hindernis: Die stark befahrene Verkehrsachse unterbricht die geplante Flanierroute. Fußgänger und Radfahrer müssen die Straße weiterhin an einer Ampel überqueren. Eine Brücke oder ein Tunnel sind nicht vorgesehen.
Für jeden der „Teilräume“ gibt es differenzierte Überlegungen und Ideen. Doch wozu das Ganze? Schließlich ist zum Beispiel der zentrale Hammaburg-Platz schon jetzt gut frequentiert, am Helmut-Schmidt-Haus gibt es ein breites Gastronomieangebot und ringsherum laden Cafés und Restaurants zum Verweilen ein. Das Ziel ist stadtplanerisch übergreifend: Es ist angedacht, eine optisch sichtbare Verbindung zur Speicherstadt und zur HafenCity zu schaffen.
Optisch im Mittelpunkt des Rahmenplans steht der Hammaburg-Platz, wo ab etwa dem achten Jahrhundert eine Wallanlage stand, die der späteren Stadt ihren Namen gab. Derzeit wird der Platz als große Liegewiese genutzt und ist mit viereckigen Sitzelementen ausgestattet. Dazu heißt es im Rahmenplan: „Mit dem Hammaburg-Platz und dem Alten Fischmarkt umfasst die Domachse zentrale Orte der Hamburger Stadtgeschichte. Als Keimzelle Hamburgs und ehemalige Handelsplätze spiegeln sie verschiedene Phasen der Stadtentwicklung wider.“
Innenstadtkoordinator Julian Petrin erläutert: „Der Umbau wird natürlich noch ein paar Jahre dauern und soll in Abschnitten erfolgen. Auf dem Weg dahin ist es wichtig, den Raum auch heute schon zu aktivieren und mit temporären Maßnahmen als Treffpunkt zu erhalten, auch während des Umbaus. Und es wird wichtig sein, die Bespielung des Raums durch Aktivitäten und Anrainer zu organisieren. Ein sogenannter Community Improvement District, bei dem Anrainer sich zusammentun, um das Platzleben zu organisieren, befindet sich dazu in Vorbereitung.“
Kritik kommt indes von der Opposition. Marco Hosemann von der Linksfraktion in der Bürgerschaft hält die geplante Umgestaltung der Domachse zwar grundsätzlich für „eine gute Idee“, zumal dem Fuß- und Radverkehr mehr Raum gegeben werde, bemängelt aber den „hohen Versiegelungsgrad in den Straßenräumen“. Hosemann: „Neben Bäumen brauchen wir da aber dann viel mehr unversiegelte Flächen, die Starkregenereignisse aufnehmen und wieder abgeben können und damit im Sommer auch eine kühlende Wirkung haben.“
Anke Frieling, stadtentwicklungspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, erklärt, das Ziel, eine „durchgehende Promenade von der Binnenalster bis zur Elbe“ zu schaffen, sei nicht gelungen: „Die Diskussion über die Erschließung zwischen historischer Innenstadt und HafenCity läuft allerdings seit Langem und endet nun erneut an der Kornhausbrücke, ohne die dringend notwendige Gesamtperspektive für den Übergang in die Speicherstadt und weiter in die HafenCity zu liefern.“ Frieling bemängelt ebenfalls, der Senat würde „neue versiegelte Plätze und Wege“ schaffen, „statt konsequent auf Entsiegelung und großflächige Begrünung zu setzen“.

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