Der Miete-Witz – ernsthaft betrachtet

Der „böse Nachbar“ ist selten so böse wie gedacht. Wie mehr Verständnis und Kommunikation Konflikte entschärfen können.

Ein Cartoon, rechts steht eine Person in einem Garten der geplastert ist, links in einem sehr wild bewachsenen. Beide haben eine Sprechblase.

Kommentar des Mietervereins

„Es kann der Frömmste nicht im Frieden bleiben, wenn es dem bösen Nachbar nicht gefällt“, wusste schon Friedrich von Schil­ler. Die Gartengestaltung ist hier nur einer von vielen Steinen des Anstoßes. Und natürlich ist es immer der Nachbar, der „böse“ ist. Die Nachbarn sind zu laut, grüßen nicht, lassen ihre Schuhe vor der Wohnungstür stehen, haben hässliche Tiere, Rauchen auf dem Balkon et cetera. Hier hilft der Perspektivenwechsel: Wie würde ich mich in der Situ­ation verhalten, warum würde ich etwas tun? Liegt es wirklich an Rücksichtslosigkeit, oder hört man in diesem Haus sowieso jedes Geräusch? Natürlich haben wir Hausordnungen, Regelungen, die unser Zusammenleben ermög­lichen. Und an die müssen sich alle halten. Es ist aber nicht nur Rücksicht bei der Entfaltung der eigenen, sondern auch Rücksicht auf die Entfaltung der Persönlich­keit anderer zu nehmen. Es stört vor allem der Nachbar, weil er uns fremd ist. Lernen Sie Ihren Nach­barn kennen, dann ist er gleich viel netter.

Dr. Rolf Bosse
Vorsitzender Mieterverein zu Hamburg

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