Liebe Mitglieder, liebe Leserinnen und Leser,
die Arbeit an der Sommer-Ausgabe unseres MieterJournals ist immer die Leichteste gewesen. Viel Licht und Wärme entspannen und beruhigen das Gemüt, die Urlaubs- und Ferienzeit steht vor der Tür. Doch leider trübt sich die Stimmung angesichts der bereits Fahrt aufnehmenden neuen Energiekrise, ausgelöst durch die weltweiten Entwicklungen bei Öl und Gas. Wir fühlen uns erinnert an 2023, als durch den Angriff Russlands auf die Ukraine die Heizkostenabrechnungen so hoch waren, dass manche Nettomiete auf einmal niedriger war als die Vorauszahlungen für die Betriebskosten.
Wir alle sind davon unmittelbar betroffen und fragen uns, wie wir uns verhalten sollen. Ruhig bleiben und weitermachen, wäre mein erster Rat. Doch bei Churchills Worten würde ich es nicht belassen, sondern hinzufügen: Handeln Sie bewusst! Wie schon vor drei Jahren lohnt der Blick auf das eigene Verbrauchsverhalten, vor allem beim Warmwasser. Und wenn der Herbst da ist und die Heizung wieder aufgedreht werden muss: heizen Sie und lüften Sie bewusst! Behalten Sie Temperatur und auch Luftfeuchtigkeit im Blick, um Schimmelbildung zu vermeiden.
Je nachdem, wie das Haus, in dem Sie wohnen, beheizt ist, werden Sie die Kapriolen an den Weltmärkten unterschiedlich zu spüren bekommen. Wo noch mit Öl oder Gas geheizt wird, sollten Sie mit Ihrem Vermieter darüber sprechen, beim Einkauf auf die Preise zu achten und schnellstmöglich die fossile Heizung abzuschaffen. Fernwärme ist kein Garant für niedrige Preise, aber oftmals für stabile, verlässliche Kosten, jedenfalls die Hamburger Fernwärme. Die kleinen privaten Netze können sehr teuer sein, dort lohnt sich die Prüfung der Abrechnung und Widerspruch – auch schon für die Abrechnung 2025, die bald wieder eintreffen wird.
Wärmepumpen sind zumindest dann die günstigste Alternative, wenn der Strom moderat teuer ist und die Jahresarbeitszahl angemessen. Sie sagt aus, wie viele Kilowattstunden Wärme aus einer Kilowattstunde Strom erzeugt werden. Alles höher als drei ist gut. Ich habe schon Abrechnungen gesehen, wo die Jahresarbeitszahl 1,2 gewesen ist. Hierin ist ein Mangel in der Anlagentechnik zu sehen, der zu Kürzungen bei der Umlage führen muss. Der Mieterverein kann Sie hierzu beraten und bei der Prüfung unterstützen.
Die Herausforderungen, vor denen wir stehen, sind groß. Hamburg, Deutschland und Europa müssen eine gewaltige Transformation bewältigen. Und dabei knirscht es im Gebälk. Aber es geht auch voran. Das belegen die Zuwächse bei der erneuerbaren Energie. Lassen wir uns also nicht beirren, sondern machen wir bewusst und bestimmt weiter!












